| ZU: "Altstadt zur Hälfte
fertig", MZ vom 14. Dezember, Seite 9:
Im o.g. Artikel über das Bürgerforum zur
Sanierung der Altstadt wird auf meinen Diskussionsbeitrag in
einer Weise eingegangen, die den Sinn entstellt. Es wird mir, wenn auch
in ironischer Form, unterstellt, daß mir die Stadtent wicklung "schnurz"
sei. Das ist beleidigend für mich, der ich seit
28 Jahren ehrenamtlich in meiner Stadt tätig bin. So habe ich z.B.
das Projekt " Kartierung schützenswerter Tore und Türen der Stadt"
organisiert und das Ergebnis der Stadtverwaltung übergeben.
Mein Beitrag zum Bürgerforum war ein anderer, als in der Zeitung
vorgestellt. Da ich aus der augenblicklichen Situation heraus frei gesprochen
habe, kann ich nur versuchen, den Inhalt zu reproduzie ren:
" Ich bin betroffen, ich bin tief betroffen, und ich bin auch direkt
betroffen. Nach Eröffnung des Stadthauses mit 600 Plätzen
soll das "Gorki", Verzeihung!, das "KTC", geschlossen werden. Damit wird
ein Haus stillgelegt, das den Bürgern fehlen wird. Das Haus hat zwei
Säle, die auf 6 Monate im Voraus belegt sind.
Es gibt eine moderne Küche, im Keller eine neue Heizungsanlage.
das Dach ist dicht. Es gibt ausreichend Nebengelaß für
einen optimalen Betrieb. |
Im Haus haben 6 Vereine Platz, die mit Unterstützung
der Stadt dort erfolgreich tätig sind. Der Kulturbund, für den
ich stehe, konnte vor einem Jahr einziehen, wobei uns die Stadtverwaltung
sehr geholfen hat. Diese Vereine stehen dann draußen. Das KTC ist
bezahltes Eigentum der Stadt. Die vom Haushalt der Stadt zu tragenden Lasten
für dieses Haus belaufen sich jährlich auf c 275 000 Euro. (Korr.:Es
sind 200 000 Euro)
Die Kosten für das neue Stadthaus schätze ich auf ca.
7 Millionen Euro. Nach meiner Kenntnis gibt es nur einen Saal, keine Küche,
keine Bühne und kein ausreichendes Nebengelaß. Von "Catering"
für die Gastronomische Versorgung ist die Rede. Die vom Haushalt der
Stadt zu tragenden Lasten für dieses Haus würden sich durch Zinsdienst,
Rückzahlung und Amortisation nach meiner Schätzung auf ca. 1
Million Euro belaufen. Dazu kommt dann ein Betreiberdefizit in ähnlicher
Höhe wie bisher. Die angedachte Finanzierung durch die SALEG mit anschlie
ßendem Leasing wird die Kosten wohl auch nicht senken. Das wollen
Sie unseren Bürgern zumuten !
Ich habe gesprochen und mein Gewissen beruhigt. Danke! "
In meinem Beitrag ging es darum, zu verhindern, daß ein funktionierendes
und finanzierbares Kultur- und Tagungs- zentrum in der Nähe der Leucorea, |
der Kulturstätten und der Hotels weggeworfen wird
und durch ein Prestigeobjekt ersetzt wird, das den Bürgern wenig nützt,
aber Ihnen den Marktplatz nimmt. Nicht umsonst hieß der Arsenalplatz
eine Zeit lang "Neumarkt".
Diese meine Absicht wurde in dem Zeitungsartikel grob verkannt.
Mir persönlich wurde unterstellt, als "Vereinsfunktionär" nur
meinen Verein retten zu wollen. Das ist beleidigend.
Nochmals zu dem Wort "schnurz": Schnurz ist die Stadtentwicklung
eher denen, die nicht zur Diskussion gesprochen haben.
Dr. Dieter Schäfer, Wittenberg
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