Hochvolt-Halogenlampen nützen nur dem Hersteller!
(Anmerkung: Diese Ausführungen gelten nicht für Hochvolt-Stablampen, das ist ein anderes Kapitel.  Dr.-Ing. Dieter Schäfer )

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Seit ca. 4 Jahren gibt es sogenannte Hochvolthalogenlampen (230 V), die als günstige Alternative zu Niedervoltlampen (12 V) angepriesen werden. Eine eigene Untersuchug fiel für die Hochvoltlampen verheerend aus. Diese Lampe ist keine Innovation!
    Verkaufsargumente für Hochvolthalogenlampen


    Nachteile von Halogenhochvoltlampen

              Viertel gegenüber der Niedervoltlampe zurück.

     Die Ergebnisse veranlassten mich, die Fakten meiner Untersuchung der "Stiftung Warentest" anzuvertrauen,
     um die Verbraucher aufzuklären.


1.  Brief vom 06. Juni 2007 und folgender Schriftverkehr
Dr.-Ing. Dieter Schäfer
Philipp-Müller-Str. 17
06886 Lutherstadt Wittenberg
Tel /Fax:  03491-660638
E-Mail:  schaeferwittenberg@t-online.de
Wittenberg, den 06.06.2007 

 
 

Stiftung Warentest. Lützowplatz 11-13
Postfach 3041 41 , 10724 Berlin
 

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte das Interesse Ihrer Zeitung, deren abonnierter Leser ich seit etwa 15 Jahren bin, auf ein Thema lenken, das mich seit einigen Monaten beschäftigt.
Das Thema lautet:

Halogen-Hochvolt-Glühbirnen.

1.Einleitung
Glühbirnen interessieren mich zeitlebens, die Bewunderung für die Erfinder und Hersteller des Glühfadens als Wolfram-Doppelwendel ist ungebrochen. Doch auch die Überlegenheit einer Niedervoltglühbirne in Bezug auf Helligkeit und Lichtausbeute habe ich früh erfahren.
Autoscheinwerfer (6 oder 12 Volt) oder Projektorlampen (8 Volt) sind für mich noch heute der 
Beweis für die bessere Lichtökonomie der Niedervoltglühbirne.
Der wesentlich dickere Glühfaden ist weniger empfindlich gegen Erschütterungen und ermöglicht durch höhere Temperaturen  höhere Lichtausbeuten bei besserer oder gleicher Lebensdauer.
Die Erfindung der Niedervolt-Halogenlampen erschien mir als logische Folge der Entwicklung.

Ihre Vorteile gegenüber der normalen 220 V Glühbirne sind:
doppelte Lichtbeute von ca. 25 Lumen /Watt,
doppelte Lebensdauer von ca. 2000 Stunden,
keine Kolbenschwärzung durch verdampfendes Wolfram.

Ihre Nachteile sind:
  Ein Transformator von 220 V auf 12 V ist notwendig,
  grelleres Licht mit UV-Gehalt,
  der Quarzglaskolben ist heiß.

Da meines Erachtens die ökonomischen Vorteile die technischen Nachteile überwiegen, betreibe ich in meinem Haushalt und in meinem Verein Niedervoltlampen, wo es sinnvoll ist. Die übrige Beleuchtung wird mit Energiesparlampen oder Neonröhren realisiert.

2. Aktuelles Problem
Seit einiger Zeit finde ich in Baumärkten und bei  Discountern, wie Aldi, Lidl u. a., überwiegend  mehrflammige Leuchten, bestückt mit sogenannten Hochvolt-Halogenlampen, zu sehr günstigen 
Preisen. Nachfragen beim Verkaufspersonal ergeben unisono: „ Da brauchen Sie keinen 
Transformator mehr!“.
Daraufhin kaufte ich versuchsweise 2 Hochvolt-Halogenlampen , E 14, 20 W, 220 V, mit Reflektor 
und Schutzglas. Ich erwartete ein ähnlich weißes Licht wie in meiner 12 Volt-20 Watt- Schreibtischlampe und wurde bitter enttäuscht: Das Licht ist gelblich und nicht heller als eine 
normale Glühlampe mit 220 Volt und 20 Watt.
Präzise Nachfragen bei verschiedenen Verkäufern und Nachforschungen in Internetforen ergeben folgendes Bild:
Die Hochvolt-Halogenlampe hat gegenüber einer Niedervolt-Halogenlampe etwa den doppelten Preis, die halbe Lebensdauer und die halbe Lichtausbeute.

Über diesen Unterschied informiert das Verkaufspersonal meist nicht ungefragt. Der Käufer lässt 
sich durch das Attribut „Hochvolt“ täuschen und kauft die Leuchte, denn „hoch“ muss ja „besser“ sein.  Bei dem ersten Nachkauf einer Ersatzlampe gehen ihm langsam die Augen auf, aber er kauft sicher noch einige Ersatzlampen, ehe er sich von dieser Lampe trennt.
Gewinner ist die Glühlampenindustrie, deren Umsatz steigt.

3. Untersuchung


Bild 1.  20 Watt Hochvoltlampe (links)  und  20 Watt Niedervoltlampe (rechts)

Die Hochvoltlampe ist mit 77 mm Länge und 50g Gewicht deutlich größer und schwerer als die Niedervoltlampe, die bei 50 mm Länge nur 34 g auf die Waage bringt.

Danach zerlegte ich eine 20 Watt Hochvoltlampe in der Annahme, eine mir unbekannte technische Innovation zu finden. Augenscheinlich fand ich sie nicht.
Die Fassung der Hochvoltlampe ist aufwendiger, enthält jedoch nur Leitungen. 
Im Lampeninneren fällt der deutlich längere Glühfaden auf, der 3 Stützen benötigt und 2 Stromzuführungen. So sehen herkömmliche Glühlampen auch aus. 
Dann folgen die für Quarzglas unvermeid- lichen Molybdänfahnen. 
Die Niedervoltlampe enthält nur den Glühfaden, der keine Stützen benötigt und unmittelbar an die Molybdänfahnen anschließt.
Der Unterschied besteht also offensichtlich im Glühfaden, was physikalisch plausibel ist.
Alles deutet bei der Hochvoltvariante auf einen Glühfaden mit Doppelwendel hin.

    Bild 2. Lampeninneres, links die Hochvoltlampe
In Bild 3  ist im realen Größenverhältnis oben ein Stück des Glühfadens der Hochvoltlampe zu sehen, darunter der Glühdraht der Niedervoltlampe.
Das Mikroskop löst das Rätsel, wie Bild 4 zeigt.
Der Glühfaden der Hochvoltlampe ist ein Doppelwendel, denn nur so ist der für 230 Volt nötige lange und dünne Draht unterzubringen. 
Das ist sicher eine technische Leistung, aber keine Innovation. 
Bild 5 zeigt als Montage eine Gegenüberstellung von Hochvolt- und Niedervoltwendel. Das Verhältnis der Drahtdurchmesser ist ca. 1 : 6 .

           Bild 3.  Vergleich der Glühfäden


Bild 4. vergrößertes Stück der Hochvoltwendel


Bild 5. Gegenüberstellung von Hochvolt- und Niedervoltglühdraht (Fotomontage)

4. Theoretische Überlegungen

Die Glühlampe besteht hauptsächlich aus der Lampenfassung mit Stromzuführung und Stützdrähten, dem Glühfaden aus Wolfram und einem Glaskolben, der mit Schutzgas gefüllt ist.
Der Glühfaden befindet sich im thermischen Gleichgewicht, er gibt soviel Strahlungsenergie ab, wie Elektroenergie zugeführt wird. Die Wärmekonvektion durch das Füllgas wird üblicherweise mit Edelgasen gemindert.
Länge l und Dicke ddes Glühfadens sind durch die elektrische Leistung P, den spezifischen Widerstand  (rho) und die gewünschte Fadentemperatur T bestimmt.

Die elektrische Leistung ergibt sich aus:
           ( 1 )
Der spezifische Widerstand  von Wolfram ist bei T = 3000 ° K angenähert 0,75 ·mm²/ m .
 Die abgestrahlte Leistung ist  durch das Stefan-Boltzmann-Gesetz gegeben:
               ( 2 )
 A ist die Drahtoberfläche und  (sigma) = 5.77 ·10-8[ W / (m2 . K4 )] die Strahlungskonstante, wobei vereinfachend angenommen wird, dass die Umgebungstemperatur sehr klein gegenüber T ist.

Die Gleichungen (1) und (2) genügen, um die Unbekannten  d (Drahtlänge) und l ( Drahtdurchmesser) zu bestimmen,

die Drahtlänge                     ( 3 )

Der Drahtdurchmesser          ( 4 )
Die Ergebnisse der Rechenbeispiele Beispiele sind in der folgenden Tabelle dargestellt.
 

Lampentyp
Hochvolt
Niedervolt
 Leistung           P    [ Watt]   20 Watt  20 Watt
 Spannung        U    [ Volt ]  230 Volt  12 Volt
 Temperatur      T   [ ° K  ]   3100 ° Kelvin  3100 ° Kelvin
 Drahtlänge        l    [ cm   ]  15,81 cm  2,21 cm
 Durchmesser    d    [  m ]  7,558 Mikrometer  54,1 Mikrometer

Die Ergebnisse stimmen annähernd mit der Untersuchung unter Punkt 3. überein.

5. Diskussion der Ergebnisse
Zur Lebensdauer:Die Lebensdauer der Glühlampe wird durch die Sublimation des Wolframs begrenzt. Da die Struktur des Wolframdrahtes nicht homogen ist, erfolgt die Verdampfung über die Drahtlänge ungleichmäßig. Es entstehen Schwachstellen, die dann wegen des höheren elektrischen Widerstandes heißer glühen. Wenn ein kritischer Wert erreicht ist, brennt die Schwachstelle durch. Das geschieht in der Regel beim Einschalten, wenn der Strom wegen der höheren Leitfähigkeit im kalten Zustand kurzzeitig das Fünf- bis über Zehnfache des Nennstromes erreicht.  Bei den wesentlich dünneren Glühfäden der Halogenhochvoltlampen wird dieser Zustand fast ebenso schnell erreicht wie bei gewöhnlichen Glühlampen. Andererseits wird bei Halogenlampen durch den kleinen Quarzkolben eine Befüllung mit schwerem Edelgas wirtschaftlich. Gleichzeitig wird ein höherer Betriebsdruck möglich, der die Verdampfungsrate senkt und die Lebensdauer erhöht, so dass Hochvolthalogenlampen einen Vorteil gegenüber gewöhnlichen Glühlampen erlangen.
Angaben eines Herstellers zur Lebensdauer: Glühlampe     ca. 1000 h
      Hochvolthalogenlampe ca. 2500 h
      Niedervolthalogenlampe ca. 5000 h  .

Zur Kolbenschwärzung: Die Schwärzung des Glaskolbens gewöhnlicher Glühlampen ist eine Folge der Wolframsublimation. Bei gewöhnlichen Glühlampen bekämpft man den Effekt durch große Lampenkolben, wodurch sich das Wolfram auf eine größere Fläche verteilt. Eine Füllung mit  Edelgasen behindert den Metalldampftransport ebenfalls erfolgreich, jedoch sind die wegen ihres hohen Atomgewichtes besonders wirksamen Gase Xenon und Krypton besonders teuer. Der Zusatz von Jod oder Brom verhindert zwar durch den Halogenid-Kreislaufprozess die Schwärzung des Lampenkolbens, erfordert aber eine höhere Wandtemperatur, was wiederum nur mit kleinen Lampenkolben aus Quarzglas zu realisieren ist . Quarzglas ist wiederum durchlässig für UV-Licht und erfordert gegebenenfalls UV-Filter.

Zur Lichtausbeute:
Die Licht ausbeute von Hochvolthalogenlampen liegt etwa bei der Hälfte ihrer Niedervoltpendants. Ihr Licht ist ebenso gelb wie das gewöhnlicher Glühlampen., was auf eine deutlich niedrigere Fadentemperatur hinweist. Das ist wohl anders kaum möglich, um die Lebensdauer in vertretbaren Grenzen zu halten.
Angaben von Herstellern zur Lichtausbeute: Glühlampe     ca. 13      lm / w
       Hochvolthalogenlampe ca. 14-16 lm / w
       Niedervolthalogenlampe ca. 26 -31 lm / w  .
Zu weiteren Entwicklungen:
Die seit kurzem auf dem Markt befindlichen IRC-Halogenlampen besitzen einen das infrarote Licht reflektierenden Überzug, der Energieeinsparungen bis zu 45 % ermöglichen soll. IRC ist noch vorwiegend auf Niedervoltlampen beschränkt.

Zur Lampenqualität:
Die Qualität der Hochvolthalogenlampen scheint stark zu streuen. Die sehr engagierte Besitzerin eines Lampengeschäftes in meiner Stadt  konnte mir auf Anhieb sagen, welche Lampen gut oder welche mittelmäßig sind. Sie selber betreibt Hochvolthalogenlampen (ohne Reflektor) eines namhaften Herstellers seit längerer Zeit als Deckenleuchten und ist zufrieden.

6. Schlussfolgerungen
Eine Prüfung und Bewertung des Angebotes von Halogenlampen ist dringend geboten.
Ich hoffe, Sie mit meinem Exkurs von dieser Aufgabe überzeugt zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
 

Dr.-Ing. Dieter Schäfer
 

Eine freundliche Antwort kam prompt, allerdings ohne Zusage eines Testes. Das sei ein wohlbegründetes Stftungsprinzip.

Ich wartete hoffnungsvoll auf die Untersuchung der Halogenlampen durch die Stiftung Warentest.
10 Monate vergingen, 10 Hefte "Warentest" erschienen, aber keine Untersuchung von Halogenlampen,
nicht einmal ein Hinweis auf das Problem.
     Inzwischen wurden nach meinem Eindruck immer mehr Halogenhhochvoltlampen in den Märkten verkauft.
  Am 13. März 2008  mailte ich eine Mahnung an die Redaktion. Ich wies vorsichtig auf eine mögliche Veröffentlichung im Internet hin.
From: Dr. Dieter Schäfer , Wittenberg 
Sent: Thursday, March 13, 2008 12:42 PM
To: Schick, Peter
Subject: Halogen-Glühlampen

Dr.-Ing. Dieter Schäfer
Philipp-Müller-Str. 1706886 Lutherstadt Wittenberg
Tel /Fax:  03491-660638
E-Mail:  Name@xxx.de
 Wittenberg, den 13.03.2008

Stiftung Warentest. Lützowplatz 11-13
Postfach 3041 41 , 10724 Berlin
 

Betr.: Halogen-Glühlampen

Sehr geehrter Herr Dr-Ing. Schick 

Am 06.06.2007 habe ich Ihnen einen Aufsatz zum Thema Halogen-Glühlampen geschickt, verbunden mit der Bitte, 
diese Lampen in Ihr Testprogramm aufzunehmen. Sie haben mir am 12.06.2007 im wesentlichen zustimmend geantwortet und einen Test zu einem späteren Zeitpunkt in Aussicht gestellt.
 Dieser Test ist bis heute nicht in Ihrer Zeitschrift erschienen. 
Ich bitte Sie dringend, mir einen Termin für einen Veröffentlichung zu nennen.
Ich weise Sie darauf hin, dass ich mehrere Homepages betreibe, z.B. www.umweltlaboratorium.de .
Den Vorgang habe ich als Anhang beigefügt.

Ihrer Antwort entgegensehend verbleibe ich 
mit freundlichen Grüßen

Dr.-Ing. Dieter Schäfer

Jetzt waren 17 Monate vergangen !! Die Werbung für Hochvolthalogenlampen lief ungehemmt weiter. Im Internet finden sich zwar Hinweise auf die Explosionsneigung dieser Lampen, aber kaum konkrete Vergleiche von Niedervolt- und Hochvoltlampen.
Um keine Zeit mehr zu verlieren, stellte ich diese Seite am 15. November 2008 ins Internet.

am 20.12.2008     Endlich eine Reaktion ! 

Den Artikel als PDF herunterladen
warentest2009

2.  Die Firma OSRAM im Internet
    Unter   http://www.osram.de/osram_de/Tools_%26_Services/Downloads/Allgemeinbeleuchtung/Halogenlampen/index.html
kann man 40 Seiten  herunterladen:
"101W002DE_Helle_Lichtideen_mit_Osram_Halogenlampen.pdf" ,

Auf Seite 17 erfährt man, dass Hochvolthalogenlampen zum Lebensdauerende gern explodieren, was m.E. bei der hohen Spannung im kleinem Volumen kein Wunder ist.   OSRAM hat sogar schon ein Patent dagegen:

Sicherheit bei Hochvolthalogenlampen – ein Patent von OSRAM

Die folgende Grafik verdeutlicht den offensichtlichen Unterschied am Lebensdauerende zwischen OSRAM Halogenhochvoltlampen (z.B. HALOPIN®  DECOPIN® HALOPAR® ) mit integrierter – von OSRAM entwickelten und patentierten – Sicherung und einer Halogenlampe mit konventionellem Design ohne Sicherung: Bei der OSRAM Lampe erlischt der Lichtbogen im Lampenkörper ganz schnell  und ungefährlich durch einen Ausblaseffekt. Die andere Lampe dagegen pulsiert heftig und platzt schließlich ungehemmt an der Quetschung – und kann somit erheblichen Schaden mit den heißen Glassplittern anrichten. 
Konventionelles Design ohne Sicherung :
Beginn der Lichtbogenbildung

Lichtbogen pulsiert
 

 


Lebensdauerende - die Lampe explodiert

 

OSRAM Halogenhochvoltlampe mit integrierter Sicherung :
Beginn der Lichtbogenbildung
 

Lebensdauerende - die Lampe erlischt sicher und ungefährlich
     

Siehe auch  http://www.elektronikinfo.de/strom/thermischelampen.htm#Halogenlampen

Unter den 40 Seiten mit farbigen Beschreibungen der Vorteile von Halogenlampen  gibt es  auf Seite 25 einen deutlichen Hinweis auf die Überlegenheit der Niedervoltlampen:
 
  "Der Niedervolteffekt.

Mit Niedervolt-Halogenlampen bezeichnet man Lampen, die bei einer Spannung von 12 V betrieben werden. Aufgrund physikalischer Gesetze ist der Wendeldraht einer Niedervolt lampe fünfmal so dick wie der Wendel draht einer Hochvoltlampe gleicher Leistung. Ferner beträgt die Länge des Wendeldrahts einer Niedervoltwendel nur rund 1/5 der Länge einer vergleichbaren Hochvoltwendel. Daraus ergibt sich die deutlich höhere thermische Belastbarkeit der Niedervoltwendel. Dies führt zu einer höheren Lichtausbeute und zu einer deutlich längeren Lebens dauer als bei Hochvoltlampen."

Ebenfalls auf Seite 25 erfärt man nebenher, dass die IRC-Technik nur bei Niedervoltlampen (12 V) eingesetzt wird.

Das ENERGY SAVER Prinzip

OSRAM ENERGY SAVER Lampen erreichen eine Energieersparnis von bis zu 30 %. Dies wird durch zwei unterschiedliche technische Prinzipien erreicht:
. • Eine spezielle Beschichtung auf dem Lampenkolben (Infra-Red-Coating) reflektiert die Wärme auf die Wendel zurück. Damit muss weniger Energie von außen zugeführt werden, um die Wendel auf Betriebstemperatur zu halten. Diese Technologie wird aufgrund der optimalen geometrischen Bedingungen bei allen ENERGY SAVER Niedervoltlampen (12 V) eingesetzt. 
. • Reduzierung der Wärmeverluste über das Füllgas (Xenon): Mit zunehmender Größe (Masse und Durchmesser) der Gasatome sinkt die Wärmeleitfähigkeit des Füllgases. Durch eine entsprechende Wahl des Lampenfüllgases kann der Wärmever lust der Wolframwendel über das Gas reduziert werden. Durch diesen Effekt wird weniger elektrische Energie zum Aufheizen der Wendel benötigt. Außerdem wird durch die Verwendung eines Füllgases mit möglichst schweren Atomen das Abdampfen der Wolframatome von der Wendel verlangsamt. Dadurch kann die Lebensdauer der Lampen verlängert werden. Das Xenon erfüllt diese Anforderungen von allen Edelgasen am besten. Deshalb verwenden wir trotz der hohen Kosten Xenon als Lampenfüllgas bei allen Hochvolt ENERGY SAVER Lampen von OSRAM. 
• Weitere Effekte: Berücksichtigt man noch die daraus resultierenden geringeren Kosten für die Klimatisierung und die ebenfalls niedrigeren Auswechselkosten aufgrund der längeren Lebensdauer der ENERGY SAVER Lampen, so ergeben sich Kosteneinsparungen von bis zu 65 % gegenüber Standardlampen (abhängig vom Strompreis). 
 

Die Verwendung von Edelgas ist selbstverständlich. Allerdings enthalten die Hochvoltlampen wegen des größeren Kolbenvolumens auch eine größere Menge des teueren Gases. Das kann über den Ersatz des Xenons durch billigeres Argon kompensiert werden, was sich wiederum negativ auf die Lebensdauer auswirkt.
Auch der Gasdruck wird vermutlich geringer sein, was die Verdampfungsrate der Wolframwendel gegenüber der Niedervoltlampe erhöht und damit die Lebensdauer verkürzt.
 

3.  Besser informiert die Firma Philips im Internet.

In einer Online-Schulung, Stand 10/2005, für Fachverkäufer  unter
http://www2.philips.de/licht/onlineacademy/downloads.htm
gibt esRegeln für Halogenlampen , die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lassen. Dort heißt es unter anderem:
 
Niedervolt-Halogenlampen, also Halogenlampen, die mit einem Trafo 
an 12 Volt betrieben werden, sind 2-3 mal effizienter und langlebiger 
als 230 Hochvolt-Halogenlampen, die ohne Trafo betrieben werden.

Beispiele

Capsuleline Pro  12 V
 

Clickline           230 V

50W
 

60W

950 lm
 

820 lm

Lebensdauer 3.000 h
 

Lebensdauer 2.000 h

Brilliantline Pro  12 V
 

Twistline         230 V

20W  24°
 

50W  25°

1300 cd
 

1000 cd

Lebensdauer 4.000 h
 

Lebensdauer 2.000 h

Der Lichtprofi setzt möglichst auf Niedervolt-Halogenlampen. Diese sparen Energie-und Wartungskosten.

Hochvolt-Halogenlampen sollten nur eingesetzt werden, wenn aus Designgründen ein Trafo unbedingt entfallen muss. 

Trafos einzusparen rechnet sich nicht!

 
Erklärung 
Für die Lampenleistung gilt           P = U x I ,  U = R x I ,  P = U2/R

Wird die Spannung (U)auf ein zwanzigstel abgesenkt (230V ;12 V), so muss für die gleiche Lampenleistung (P)der Strom (I)um den Faktor 20 vergrößert und der Wendelwiderstand (R)um den Faktor 400 (=20x20) verkleinert werden. Dies bedeutet, dass die Wendel von Niedervoltlampen viel dicker und kürzer ausgelegt werden kann, was ihre Lebensdauer deutlich erhöht. 

Ein Teil dieser Lebensdauerverlängerung kann aber auch in die Effizienz der Lampe investiert werden, indem die Wendel heißer betrieben wird und folglich mehr Licht liefert.

Man kann m. E. den beiden Herstellern von Hochvolthologenlampen nicht vorwerfen, dass sie die Nachteile dieser Lampen verschweigen, jedoch sind die Angaben von Osram im Internet mager und versteckt. Die betreffenden Informationen bei Philips sind erschöpfend, wie oben gezeigt, aber schwer auffindbar. Man muss schon ein schnelles Internet haben, um sich die 1,42 MB große Online-Schulung herunterzuladen. Sie sind für das Fachpersonal gedacht, kommen aber bei den Massenmärkten offensichtlich nicht an.

4. Folgerungen



Es fehlt eine populäre Aufklärung über die wirklichen Vor- und Nachteile von Hochvolthalogenlampen.

Diese Lampenart gehört in die Spezialgeschäfte, wo ausgebildetes Personal die wenigen speziellen Einsatzfälle kennt.

Aus den Baumärkten und anderen Massenmärkten sind Hochvolthalogenlampen zu verbannen!

Herr Schulpin aus Recklinghausen schrieb mir



5.Erinnert sei noch an das 1924 gegründete und nach dem 2. Weltkrieg verbotene Glühlampenkartell, dessen wichtigste Tat die Verkürzung der Lebensdauer der Glühlampen auf 1000 Stunden war. Das sicherte den Absatz. Haben wir es vielleicht mit einem neuen Glühlampenkartell zu tun?
Links zum Glühlampenkartell:
http://de.wikipedia.org/wiki/Ph%C3%B6buskartell
www.v-22.de/content/view/68/34/
www.zeit.de/stimmts/1999/199933_stimmts_gluehbir
Helmut Höge auf taz.de: Hier spricht der Aushilfshausmeister! über geplanten Verschleiß bei Glühlampen
http://blogs.taz.de/hausmeisterblog/2006/12/11/
 

Dr.-Ing. Dieter Schäfer 
Philipp-Müller-Str. 17 
06886 Lutherstadt Wittenberg 
Tel./Fax 03491 660638 
siehe auch:   ,  Kulturbund Wittenberg e.V.       ,  Umweltlaboratorium Hydrolab    ,  Riemer-Museum Wittenberg geschlossen   ,  ,  Absolvententreffen Ing.-Schule Koethen 2006